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MBI Research Stahlprognose/Mittelfristig bei Flachstahl deutliche Preisabschläge zu erwarten
Die Aussichten für die Flachstahlpreise im deutschen Stahlmarkt hatten sich bereits Mitte März verschlechtert. Dies hatte sich zunächst noch fortgesetzt, aber bei Warmbreitband DD11 und Feinblech DC01 liegen die jüngsten Prognosen wieder auf dem Stand vor zwei Wochen. Die Modelle gehen also weiterhin davon aus, dass es in den nächsten sechs Wochen bei Warmbreitband zu einem Rückgang um 4 Prozent und bei Feinblech um 3 Prozent kommen sollte. Bei den zwei Sorten im Segment Quartoblech ging es jedoch um einen Prozentpunkt abwärts auf nun -5 Prozent. Auch bei verzinktem Feinblech haben sich die Aussichten von -1 auf -2 Prozent verschlechtert. Die chinesischen Exportpreise haben nur wenig zu den teils negativeren Preisaussichten beigetragen. Bei Warmbreitband kam es sogar zu einem leichten Plus von 0,2 Prozent auf 483 US-Dollar je Tonne, wobei allerdings der Exportpreis in China bei Feinblech leicht um 0,2 Prozent nachgab. Bei den Produktionskosten für Stahl via der klassischen Hochofenroute ging es in den letzten beiden Wochen im März leicht aufwärts. Der Indikator von MBI Research für die Produktionskosten mittels BOF-Verfahren stieg nämlich um knapp 0,5 Prozent, während es jedoch über sechs Wochen zu einem Minus von 7,3 Prozent kam, was sich entsprechend in den pessimistischen Prognosen für den Zeitraum bis Mitte Mai bemerkbar macht. Bei den wichtigsten Vorprodukten für die Stahlerzeugung war die Preisentwicklung in der zweiten Märzhälfte gemischt. Der Stahlrohstoff Eisenerz hielt sich an der Singapore Exchange nun recht stabil und legte um 0,2 Prozent zu. Aber bei der metallurgischen Kohle aus Australien kam es zu einem deutlichen Rückgang um 6,3 Prozent im Vergleich über zwei Wochen. Auch der Euro hat wieder leicht um 0,6 Prozent gegenüber dem US-Dollar abgewertet, was auch mit zum leichten Plus bei den Produktionskosten beitrug. In den vergangenen zwei Wochen verlief die Preisentwicklung jedoch deutlich besser als die Modellprognosen erwartet ließen. Denn anstatt billiger wurde Flachstahl leicht teurer. Bei Warmbreitband legte der Preis im Zwei-Wochen-Vergleich um 2,5 Prozent auf 627 Euro je Tonne (alle Preise sind ex Werk) zu, während Feinblech leicht geringer um 2,2 Prozent stieg und bei 705 Euro handelte. Die Reaktionen der Regierungen auf die Zollpolitik von Donald Trump dürften die schwierige Lage nicht verbessern. Bei den Verhandlungen über einen Koalitionsvertrag sieht es bisher auch danach aus, dass für die Wirtschaft nur wenige positive Impulse gesetzt werden. Hierdurch dürften die Preise auf mittlere Sicht von drei Monaten etwas mehr als 5 Prozent nachgeben. Entsprechend geht MBI Research nun davon aus, dass zum Ende des zweiten Quartals die Flachstahlpreise sinken und hat deshalb auch die Pfeilrichtung nach unten gedreht. Wieder positiv schätzen die quantitativen Modelle von MBI Research jedoch die Entwicklung der Preise für Langstahl in Deutschland ein. Vor zwei Wochen war die Erwartung noch negativ und sowohl bei Betonstahl B500A als auch bei Walzdraht wurde für den Zeitraum von vier Wochen ein Rückgang um 2 Prozent in Aussicht gestellt. Aber nun gehen die Modelle von einem Anstieg um 1 Prozent im April aus. Sicherlich ist hier auch die saisonale Nachfrage durch den Bausektor ein positiver Faktor. Aber in China kommt die Bautätigkeit immer noch nicht in Schwung. Dies machte sich auch bei den Exportpreisen für Betonstahl negativ bemerkbar, denn hier ging es um 1,3 Prozent abwärts, auf zuletzt 443 US-Dollar je Tonne. Bei Walzdraht blieb der Preis jedoch nahezu unverändert bei 459 US-Dollar. Ein positiver Faktor für die Entwicklung der Langstahlpreise sind die Kosten für die Stahlerzeugung über den elektronischen Lichtbogen. Hier legte der Index von MBI Research für die Kostenentwicklung beim EAF-Verfahren um 2,2 Prozent im Vergleich über zwei Wochen zu. Wesentlicher Aspekt ist hierbei die Entwicklung der Preise für Stahlschrott, die um 3,9 Prozent in der ARA-Region nach oben gingen, auf 350 US-Dollar je Tonne. Nach einem Preisrückgang über etwas mehr als vier Wochen trugen auch die Strompreise zum Kostenanstieg beim EAF-Verfahren bei, denn das Kalenderjahr 2026 verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 84,26 Euro je Megawattstunde und legte auch in dieser Woche weiter zu. Bei den Indizes der Einkaufsmanager (PMI) im Verarbeitenden Gewerbe blieb für den März der PMI für Deutschland gegenüber der vorläufigen Schätzung unverändert bei 48,3 Punkte, was einen Anstieg um 1,8 Punkte im Vergleich zum Februarwert bedeutet. Beim Index für Frankreich erfolgte jedoch eine leichte Revision nach unten um 0,4 auf 48,5 Punkte, sodass der PMI wieder nur knapp über dem deutschen Index liegt. Aber er legte deutlich gegenüber dem Stand im Februar von 45,8 Punkte zu. In Spanien gab der PMI für die industrielle Fertigung weiter nach und fiel leicht von 49,7 auf 49,5 Punkte. Dies ist aber noch immer im Graubereich, bei dem die Industrieproduktion noch zulegen kann. Doch in Italien gab der PMI stärker nach und liegt mit einem Fall von 47,4 auf 46,6 Punkte nun an letzter Stelle unter den großen vier Industrieländern der Eurozone. Der PMI für die Eurozone insgesamt wurde gegenüber der vorläufigen Schätzung leicht nach unten revidiert, von vorläufig 48,7 auf einen finalen Wert von 48,6 Punkte, der jedoch deutlich über dem Februar-Wert von 47,6 Punkte liegt. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich im Februar der Auftragseingang im Sektor Stahl weiter verbessert hat. Die Kosten für Energie sind zwar geringer als im Frühjahr und Sommer 2022, aber noch immer zu hoch für eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Die Verfassungsänderung wurde noch in den letzten möglichen Tagen vom alten Bundestag im Hau-Ruck-Verfahren durchgewunken, aber wie schnell aus den höheren Finanzierungsmöglichkeiten auch konkrete Ausgaben werden, hängt noch von den Koalitionsverhandlungen zwischen den Unionsparteien und der SPD ab. Bislang hat es eher den Anschein, dass Friedrich Merz mehr den Forderungen der SPD nachgibt, um nächster Bundeskanzler zu werden. Bis die Infrastrukturinvestitionen steigen, kann es eine ganze Weile dauern. Nur mehr Panzer für die Landesverteidigung zu bestellen, dies dürfte auf die Dauer auch für die Stahlnachfrage zu wenig sein. Die Zollpolitik von Donald Trump belastet ebenfalls größere Stahlabnehmer wie den Automobilsektor. In China haben sich die beiden offiziellen PMIs des Nationalen Statistikbüros für März verbessert. Der PMI für das Verarbeitende Gewerbe legte leicht von 50,2 auf 50,5 Punkte zu. Für den Caixin PMI, der von S&P Global erhoben wird, ging der Konsens der Bankvolkswirte von einem Rückgang aus, aber es kam zu einem weiteren Anstieg von 50,8 auf 51,2 Punkte. Diese Verbesserung ist ein positives Signal für den Stahlbedarf des produzierenden Gewerbes in China. Der Schwachpunkt bleibt jedoch weiterhin der Immobiliensektor. Allerdings war aufgrund des hohen Überhangs auch nicht mit einer raschen Wende zu rechnen. Die Bautätigkeit wird erst dann nachhaltig steigen, wenn die Kosten für einen Neubau niedriger sind als der Aufwand für den Erwerb einer Bestandsimmobilie. Der Rückgang der Hauspreise hat sich jedoch in den ersten beiden Monaten in 2025 noch beschleunigt. Von daher dürfte der Stahlbedarf in diesem Jahr noch belastet bleiben. Durch das bewegliche chinesische Neujahrsfest werden etliche Statistiken erst für Januar und Februar zusammen veröffentlicht. Bei der Industrieproduktion kam es zu einem Anstieg im Vorjahresvergleich um 5,9 Prozent. Dies liegt zwar niedriger als die Veränderungsrate im Dezember von 6,2 Prozent, übertraf jedoch die Konsensschätzung von 5,3 Prozent deutlich. Bei Rohstahl lag der Output für beide Monate zusammen bei knapp 166,3 Millionen Tonnen. Dies liegt um 1,5 Prozent niedriger als zum Jahresanfang 2024. Der durchschnittliche Rohstahloutput pro Tag liegt jedoch mit knapp 2,82 Millionen Tonnen um 15,0 Prozent über dem Wert für Dezember. Dies erklärt durchaus die Entwicklung bei den Vorprodukten für die Stahlerzeugung in China. Trotz einiger Schwankungen lag in China der Spotpreis für Eisenerz mit 774,5 Yuan pro Tonne nur um 0,3 Prozent unter dem Wert für den letzten Freitag in 2024. Beim Frontmonat für Eisenerz an der Singapore Exchange ging es per Saldo nur etwas stärker um 1,3 Prozent abwärts. Doch Kohle aus Australien verbilligte sich um 13,6 Prozent. Hinzu kommt, dass sich der Euro um 3,8 Prozent im ersten Quartal aufwertete. Deshalb haben sich die Produktionskosten für Stahl über das BOF-Verfahren um 6,0 Prozent in den ersten drei Monaten von 2024 verbilligt. Durch die deutliche Verbesserung der Profitabilität wird es nun schwieriger Kostensenkungen nicht weiterzugeben. Hinzu kommen die Folgen der massiven Zollbelastungen durch die Trump-Administration. Im zweiten Quartal könnten also die Stahlpreise deutlich nachgeben. Peter Fertig/MBI Research
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Die Aussichten für die Flachstahlpreise im deutschen Stahlmarkt hatten sich bereits Mitte März verschlechtert. Dies hatte sich zunächst noch fortgesetzt, aber bei Warmbreitband DD11 und Feinblech DC01 liegen die jüngsten Prognosen wieder auf dem Stand vor zwei Wochen. Die Modelle gehen also weiterhin davon aus, dass es in den nächsten sechs Wochen bei Warmbreitband zu einem Rückgang um 4 Prozent und bei Feinblech um 3 Prozent kommen sollte. Bei den zwei Sorten im Segment Quartoblech ging es jedoch um einen Prozentpunkt abwärts auf nun -5 Prozent. Auch bei verzinktem Feinblech haben sich die Aussichten von -1 auf -2 Prozent verschlechtert. Die chinesischen Exportpreise haben nur wenig zu den teils negativeren Preisaussichten beigetragen. Bei Warmbreitband kam es sogar zu einem leichten Plus von 0,2 Prozent auf 483 US-Dollar je Tonne, wobei allerdings der Exportpreis in China bei Feinblech leicht um 0,2 Prozent nachgab. Bei den Produktionskosten für Stahl via der klassischen Hochofenroute ging es in den letzten beiden Wochen im März leicht aufwärts. Der Indikator von MBI Research für die Produktionskosten mittels BOF-Verfahren stieg nämlich um knapp 0,5 Prozent, während es jedoch über sechs Wochen zu einem Minus von 7,3 Prozent kam, was sich entsprechend in den pessimistischen Prognosen für den Zeitraum bis Mitte Mai bemerkbar macht. Bei den wichtigsten Vorprodukten für die Stahlerzeugung war die Preisentwicklung in der zweiten Märzhälfte gemischt. Der Stahlrohstoff Eisenerz hielt sich an der Singapore Exchange nun recht stabil und legte um 0,2 Prozent zu. Aber bei der metallurgischen Kohle aus Australien kam es zu einem deutlichen Rückgang um 6,3 Prozent im Vergleich über zwei Wochen. Auch der Euro hat wieder leicht um 0,6 Prozent gegenüber dem US-Dollar abgewertet, was auch mit zum leichten Plus bei den Produktionskosten beitrug. In den vergangenen zwei Wochen verlief die Preisentwicklung jedoch deutlich besser als die Modellprognosen erwartet ließen. Denn anstatt billiger wurde Flachstahl leicht teurer. Bei Warmbreitband legte der Preis im Zwei-Wochen-Vergleich um 2,5 Prozent auf 627 Euro je Tonne (alle Preise sind ex Werk) zu, während Feinblech leicht geringer um 2,2 Prozent stieg und bei 705 Euro handelte. Die Reaktionen der Regierungen auf die Zollpolitik von Donald Trump dürften die schwierige Lage nicht verbessern. Bei den Verhandlungen über einen Koalitionsvertrag sieht es bisher auch danach aus, dass für die Wirtschaft nur wenige positive Impulse gesetzt werden. Hierdurch dürften die Preise auf mittlere Sicht von drei Monaten etwas mehr als 5 Prozent nachgeben. Entsprechend geht MBI Research nun davon aus, dass zum Ende des zweiten Quartals die Flachstahlpreise sinken und hat deshalb auch die Pfeilrichtung nach unten gedreht. Wieder positiv schätzen die quantitativen Modelle von MBI Research jedoch die Entwicklung der Preise für Langstahl in Deutschland ein. Vor zwei Wochen war die Erwartung noch negativ und sowohl bei Betonstahl B500A als auch bei Walzdraht wurde für den Zeitraum von vier Wochen ein Rückgang um 2 Prozent in Aussicht gestellt. Aber nun gehen die Modelle von einem Anstieg um 1 Prozent im April aus. Sicherlich ist hier auch die saisonale Nachfrage durch den Bausektor ein positiver Faktor. Aber in China kommt die Bautätigkeit immer noch nicht in Schwung. Dies machte sich auch bei den Exportpreisen für Betonstahl negativ bemerkbar, denn hier ging es um 1,3 Prozent abwärts, auf zuletzt 443 US-Dollar je Tonne. Bei Walzdraht blieb der Preis jedoch nahezu unverändert bei 459 US-Dollar. Ein positiver Faktor für die Entwicklung der Langstahlpreise sind die Kosten für die Stahlerzeugung über den elektronischen Lichtbogen. Hier legte der Index von MBI Research für die Kostenentwicklung beim EAF-Verfahren um 2,2 Prozent im Vergleich über zwei Wochen zu. Wesentlicher Aspekt ist hierbei die Entwicklung der Preise für Stahlschrott, die um 3,9 Prozent in der ARA-Region nach oben gingen, auf 350 US-Dollar je Tonne. Nach einem Preisrückgang über etwas mehr als vier Wochen trugen auch die Strompreise zum Kostenanstieg beim EAF-Verfahren bei, denn das Kalenderjahr 2026 verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 84,26 Euro je Megawattstunde und legte auch in dieser Woche weiter zu. Bei den Indizes der Einkaufsmanager (PMI) im Verarbeitenden Gewerbe blieb für den März der PMI für Deutschland gegenüber der vorläufigen Schätzung unverändert bei 48,3 Punkte, was einen Anstieg um 1,8 Punkte im Vergleich zum Februarwert bedeutet. Beim Index für Frankreich erfolgte jedoch eine leichte Revision nach unten um 0,4 auf 48,5 Punkte, sodass der PMI wieder nur knapp über dem deutschen Index liegt. Aber er legte deutlich gegenüber dem Stand im Februar von 45,8 Punkte zu. In Spanien gab der PMI für die industrielle Fertigung weiter nach und fiel leicht von 49,7 auf 49,5 Punkte. Dies ist aber noch immer im Graubereich, bei dem die Industrieproduktion noch zulegen kann. Doch in Italien gab der PMI stärker nach und liegt mit einem Fall von 47,4 auf 46,6 Punkte nun an letzter Stelle unter den großen vier Industrieländern der Eurozone. Der PMI für die Eurozone insgesamt wurde gegenüber der vorläufigen Schätzung leicht nach unten revidiert, von vorläufig 48,7 auf einen finalen Wert von 48,6 Punkte, der jedoch deutlich über dem Februar-Wert von 47,6 Punkte liegt. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich im Februar der Auftragseingang im Sektor Stahl weiter verbessert hat. Die Kosten für Energie sind zwar geringer als im Frühjahr und Sommer 2022, aber noch immer zu hoch für eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Die Verfassungsänderung wurde noch in den letzten möglichen Tagen vom alten Bundestag im Hau-Ruck-Verfahren durchgewunken, aber wie schnell aus den höheren Finanzierungsmöglichkeiten auch konkrete Ausgaben werden, hängt noch von den Koalitionsverhandlungen zwischen den Unionsparteien und der SPD ab. Bislang hat es eher den Anschein, dass Friedrich Merz mehr den Forderungen der SPD nachgibt, um nächster Bundeskanzler zu werden. Bis die Infrastrukturinvestitionen steigen, kann es eine ganze Weile dauern. Nur mehr Panzer für die Landesverteidigung zu bestellen, dies dürfte auf die Dauer auch für die Stahlnachfrage zu wenig sein. Die Zollpolitik von Donald Trump belastet ebenfalls größere Stahlabnehmer wie den Automobilsektor. In China haben sich die beiden offiziellen PMIs des Nationalen Statistikbüros für März verbessert. Der PMI für das Verarbeitende Gewerbe legte leicht von 50,2 auf 50,5 Punkte zu. Für den Caixin PMI, der von S&P Global erhoben wird, ging der Konsens der Bankvolkswirte von einem Rückgang aus, aber es kam zu einem weiteren Anstieg von 50,8 auf 51,2 Punkte. Diese Verbesserung ist ein positives Signal für den Stahlbedarf des produzierenden Gewerbes in China. Der Schwachpunkt bleibt jedoch weiterhin der Immobiliensektor. Allerdings war aufgrund des hohen Überhangs auch nicht mit einer raschen Wende zu rechnen. Die Bautätigkeit wird erst dann nachhaltig steigen, wenn die Kosten für einen Neubau niedriger sind als der Aufwand für den Erwerb einer Bestandsimmobilie. Der Rückgang der Hauspreise hat sich jedoch in den ersten beiden Monaten in 2025 noch beschleunigt. Von daher dürfte der Stahlbedarf in diesem Jahr noch belastet bleiben. Durch das bewegliche chinesische Neujahrsfest werden etliche Statistiken erst für Januar und Februar zusammen veröffentlicht. Bei der Industrieproduktion kam es zu einem Anstieg im Vorjahresvergleich um 5,9 Prozent. Dies liegt zwar niedriger als die Veränderungsrate im Dezember von 6,2 Prozent, übertraf jedoch die Konsensschätzung von 5,3 Prozent deutlich. Bei Rohstahl lag der Output für beide Monate zusammen bei knapp 166,3 Millionen Tonnen. Dies liegt um 1,5 Prozent niedriger als zum Jahresanfang 2024. Der durchschnittliche Rohstahloutput pro Tag liegt jedoch mit knapp 2,82 Millionen Tonnen um 15,0 Prozent über dem Wert für Dezember. Dies erklärt durchaus die Entwicklung bei den Vorprodukten für die Stahlerzeugung in China. Trotz einiger Schwankungen lag in China der Spotpreis für Eisenerz mit 774,5 Yuan pro Tonne nur um 0,3 Prozent unter dem Wert für den letzten Freitag in 2024. Beim Frontmonat für Eisenerz an der Singapore Exchange ging es per Saldo nur etwas stärker um 1,3 Prozent abwärts. Doch Kohle aus Australien verbilligte sich um 13,6 Prozent. Hinzu kommt, dass sich der Euro um 3,8 Prozent im ersten Quartal aufwertete. Deshalb haben sich die Produktionskosten für Stahl über das BOF-Verfahren um 6,0 Prozent in den ersten drei Monaten von 2024 verbilligt. Durch die deutliche Verbesserung der Profitabilität wird es nun schwieriger Kostensenkungen nicht weiterzugeben. Hinzu kommen die Folgen der massiven Zollbelastungen durch die Trump-Administration. Im zweiten Quartal könnten also die Stahlpreise deutlich nachgeben. Peter Fertig/MBI Research
MBI Research Stahlprognose/Noch kein Merz-Effekt bei Stahlpreisen, die nachgeben sollten
In der ersten Märzhälfte sind die Prognosen der quantitativen Modelle von MBI Research für die Flachstahlpreise im deutschen Stahlmarkt erheblich pessimistischer geworden. Basierend auf den Daten von Ende Februar stellten sie überwiegend nur einen moderaten Preisabschlag für den Prognosehorizont von sechs Wochen in Aussicht. Das erwartete Minus ging nicht über ein Prozent hinaus. Nun stellen die Modelle für die Zeitraum bis Ende April deutlichere Preisrückgänge in Aussicht. Für Warmbreitband ging die Prognose von -1 auf -4 Prozent nach unten. Bei Feinblech verschlechterte sich die Erwartung ebenfalls um 3 Punkte auf -3 Prozent. Auch bei den beiden Quartoblech-Sorten ging die Vorhersage von -1 auf -4 Prozent nach unten. Für galvanisiertes Feinblech lag die Erwartung vor zwei Wochen noch bei +2 Prozent und fiel nun auf -1 Prozent. Die pessimistischere Einschätzung der Preisaussichten bei Flachstahl basiert jedoch nicht auf der Entwicklung der chinesischen Exportpreise. Diese haben sich nur marginal verändert. Bei Warmbreitband kam es sogar zu einem leichten Plus von 0,1 Prozent auf 482 US-Dollar je Tonne, aber bei Feinblech gab er um 0,1 Prozent auf 541 US-Dollar nach. Allerdings sind für die deutschen Stahlpreise nicht die Notierungen in US-Dollar, sondern in Euro relevant und hier kam es im Vergleich zu Ende Februar zu einer Aufwertung von 3,8 Prozent, was dann doch eine deutliche Verbilligung bedeutet. Der feste Euro ist auch der wesentliche Grund für den Fall der Produktionskosten. Der Indikator von MBI Research für die Stahlerzeugung mittels der klassischen Hochofenroute (BOF-Verfahren) fiel nämlich um 7,0 Prozent. Denn bei Eisenerz fiel der Frontmonat bei der internationalen Benchmark um 4,6 Prozent, während sich Kokskohle aus Australien um 2,5 Prozent verbilligte. Da diese Preise jedoch in US-Dollar sind, hat sich der Kostenrückgang in Euro entsprechen verstärkt. Die aktuelle Preisentwicklung in der ersten Märzhälfte verlief hingegen besser als nach der Prognose zum Monatsanfang zeitanteilig zu erwarten war. Warmbreitband legte nämlich um 2,0 Prozent auf 612 Euro je Tonne (alle Preisangaben sind ex Werk) zu, während es bei Feinblech um 1,8 Prozent auf 690 Euro aufwärts ging. Auch bei den restlichen Flachstählen ging es um bis zu 1,0 Prozent nach oben. Auf mittlere Sicht von drei Monaten erscheint das Szenario einer Seitwärtsbewegung von +/- 5 Prozent um das aktuelle Niveau weiterhin die höchste Wahrscheinlichkeit zu haben. Der aufgelöste Bundestag hat zwar den Weg freigemacht, dass der wohl nächste Bundeskanzler Merz die Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur massiv steigern wird. Die Aktienmärkte haben dies mit einem Kursfeuerwerk bei Rüstungs- und Stahlaktien gefeiert. Bis jedoch die Nachfrage auch bei Stahl für die neuen Ausgabenprogramme anspringen, dürften mehr als drei Monate vergehen. Dies könnte sich eher in der zweiten Jahreshälfte bemerkbar machen. Während sich bei Flachstahl die Preiseinschätzungen seitens der quantitativen Modelle erst nach Ablauf der zweiten Märzwoche deutlich verschlechterten, war dies bei Langstahl bereits nach der ersten Woche des laufenden Monats der Fall. Allerdings blieben sie danach unverändert. Somit gehen nun die neuen Vorhersagen von einem Rückgang um 2 Prozent bei Betonstahl B500A bis Mitte April aus, während Anfang März nur ein Minus von 1 Prozent erwartet wurde. Bei Walzdraht ging das Modell zunächst von einer roten Null aus, stellt jedoch nun ebenfalls ein Minus von 2 Prozent für die nächsten vier Wochen in Aussicht. Bei den etwas pessimistischeren Aussichten für Langstahl spielten auch die chinesischen Exportpreise eine Rolle. Dies haben nämlich bei Betonstahl um 0,8 Prozent auf 449 US-Dollar nach und verbilligten Sich bei Walzdraht um knapp 0,5 Prozent auf 458 US-Dollar. Wie auch bei Flachstahl fiel jedoch der Preis in Euro durch die Aufwertung des Euro um 3,8 Prozent. Die Produktionskosten für die Stahlerzeugung über den elektronischen Lichtbogen (EAF-Verfahren) gaben jedoch nur um 0,8 Prozent nach. Die Preise für Stahlschrott legten zwar um 2,4 Prozent auf 337 US-Dollar je Tonne in den Häfen der ARA-Region zu, gingen jedoch in Euro zurück. Bei Strom fiel der Preis für die Lieferung im Kalenderjahr 2026 an der EEX von 84,57 auf 83,32 Euro je Megawattstunde, wobei die Abwärtsbewegung ab Mitte Februar zu Ende ging. Gemessen an den Prognosen basierend auf den Schlusswerten im Februar war auch der aktuelle Preisverlauf bei Langstahl besser als erwartet. Bei Betonstahl ging es marginal um 0,3 Prozent auf 608 Euro je Tonne aufwärts. Auch Walzdraht stieg leicht um 0,3 Prozent auf 680. Anfang März einigten sich die Unionsparteien, die SPD und dann auch die Grünen auf eine Verfassungsänderung, um freie Hand für eine galaktische Ausweitung der Staatsverschuldung zu haben. Infrastrukturinvestitionen dürften auch den Bedarf an Langstahl erhöhen. Aber die Kapitalmärkte reagierten bereits und die Renditen der Bundesanleihen verzeichneten den größten Tagesanstieg seit der Ankündigung der deutschen Währungsunion vor 25 Jahren. Dies treibt auch die Zinsen für Hypothekenkredite nach oben, was den Wohnungsbau noch mehr belastet. Auf mittlere Sicht bleiben somit die Aussichten eher seitwärtsgerichtet. Traditionell sind die ersten Wirtschaftsdaten für den aktuellen Monat die Umfragen aus dem Finanzsektor. Für den Sentix kam das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Unionsparteien und SPD wohl zu spät. Dennoch kam es zu einem weiteren Anstieg von -12,7 auf -2,9 Punkte. Deutlich stärker fiel die Veränderung beim ZEW-Index aus, denn der Index für die Erwartungen über sechs Monate gingen kräftig von 26,0 auf 51,6 Punkte nach oben, sodass es fast zu einer Verdoppelung kam. Hierzu dürfte auch die Rallye am deutschen Aktienmarkt beigetragen haben. Der entsprechende Index für die Eurozone verbesserte sich zwar auch, aber nur von 24,2 auf 39,8 Punkte. Nach dem kräftigen Anstieg des Auftragseingangs im Dezember ging der Konsens unter den Bankvolkswirten zwar schon von einem Rückgang aus, aber anstatt um 2,4 ging es um 7,0 Prozent für die Industrie insgesamt abwärts. In der Branche Eisen, Stahl und Ferrolegierungen stieg der Auftragseingang nach den Rohdaten massiv um 31,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, doch nach der Bereinigung um saisonale und kalendarische Effekte kam es zu einem leichten Minus von 0,7 Prozent. Deutlich nach oben ging jedoch die Industrieproduktion, die für Deutschland insgesamt um 2,0 Prozent zulegte, während der Konsens nur von einem Plus um 1,6 Prozent ausging. Im Stahlsektor betrug das Plus hingegen nach den Rohdaten 11,1 Prozent. Doch bei den bereinigten Daten erfolgte ein Rückgang um 4,2 Prozent. Die WV Stahl berichtet einen Fall der Stahlerzeugung im Januar von 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat auf nur noch knapp 2,7 Millionen Tonnen. Durch den stärkeren Rückgang bei der Stahlerzeugung hat sich die Verhandlungsposition verbessert, was sich auch in den leicht gestiegenen Stahlpreisen niederschlägt. In China pendelt der Markt weiter zwischen den Erwartungen einer wirtschaftlichen Erholung und neuen Konjunkturmaßnahmen und Enttäuschungen, über vorsichtige Schritte und nur langsamer Wende im Bausektor. Durch das variable chinesische Neujahrsfest und der Goldenden Woche werden die Wirtschaftsdaten für die ersten beiden Monate zusammen veröffentlicht. Für die Eisenerzimporte kam es zu einem Rückgang von 112,5 Millionen Tonnen im Dezember des Vorjahres auf durchschnittlich 95,7 Millionen Tonnen in Januar und Februar dieses Jahres. Dies bedeutet selbst im Vorjahresvergleich einen Rückgang von durchschnittlich 103,2 Millionen Tonnen in den ersten zwei Monaten von 2024. Dies ist zwar ein negatives Ergebnis, aber keineswegs ein negatives Signal für die Stahlkonjunktur in China. Zyklone haben nämlich in diesem Zeitraum die Tätigkeit in den Eisenerzregionen im Westen Australiens, in Port Hedland und Dampier zum Erliegen gebracht, sodass auch weniger Eisenerz exportiert werden konnte. Dies macht sich in Chinas Importdaten bemerkbar, da das Land die wichtigste Rolle im überseeischen Eisenerzhandel spielt. Der Volkskongress hat zwar weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Binnenkonjunktur versprochen, aber auch hier zeigt sich der Stahlmarkt weiterhin enttäuscht. Bei den in dieser Woche veröffentlichten Daten zum Immobiliensektor ging es weiter abwärts. Die Bauinvestitionen und Immobilienverkäufe fielen im Januar/Februar im Vorjahresvergleich um 9,8 und 5,1 Prozent, doch noch stärker fielen die Baustarts, die um 29,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr fielen. Doch der Markt versteht nicht, dass zuerst der Wohnungsüberhang abgebaut werden muss, bis dann auch die Neubauten wieder attraktiv werden. Belastet wurde Eisenerz aber auch von Aussagen der Nationalen Reform- und Entwicklungskommission, dass die Stahlproduktion in 2025 niedriger als im Vorjahr ausfallen sollte. Peter Fertig/MBI Research
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In der ersten Märzhälfte sind die Prognosen der quantitativen Modelle von MBI Research für die Flachstahlpreise im deutschen Stahlmarkt erheblich pessimistischer geworden. Basierend auf den Daten von Ende Februar stellten sie überwiegend nur einen moderaten Preisabschlag für den Prognosehorizont von sechs Wochen in Aussicht. Das erwartete Minus ging nicht über ein Prozent hinaus. Nun stellen die Modelle für die Zeitraum bis Ende April deutlichere Preisrückgänge in Aussicht. Für Warmbreitband ging die Prognose von -1 auf -4 Prozent nach unten. Bei Feinblech verschlechterte sich die Erwartung ebenfalls um 3 Punkte auf -3 Prozent. Auch bei den beiden Quartoblech-Sorten ging die Vorhersage von -1 auf -4 Prozent nach unten. Für galvanisiertes Feinblech lag die Erwartung vor zwei Wochen noch bei +2 Prozent und fiel nun auf -1 Prozent. Die pessimistischere Einschätzung der Preisaussichten bei Flachstahl basiert jedoch nicht auf der Entwicklung der chinesischen Exportpreise. Diese haben sich nur marginal verändert. Bei Warmbreitband kam es sogar zu einem leichten Plus von 0,1 Prozent auf 482 US-Dollar je Tonne, aber bei Feinblech gab er um 0,1 Prozent auf 541 US-Dollar nach. Allerdings sind für die deutschen Stahlpreise nicht die Notierungen in US-Dollar, sondern in Euro relevant und hier kam es im Vergleich zu Ende Februar zu einer Aufwertung von 3,8 Prozent, was dann doch eine deutliche Verbilligung bedeutet. Der feste Euro ist auch der wesentliche Grund für den Fall der Produktionskosten. Der Indikator von MBI Research für die Stahlerzeugung mittels der klassischen Hochofenroute (BOF-Verfahren) fiel nämlich um 7,0 Prozent. Denn bei Eisenerz fiel der Frontmonat bei der internationalen Benchmark um 4,6 Prozent, während sich Kokskohle aus Australien um 2,5 Prozent verbilligte. Da diese Preise jedoch in US-Dollar sind, hat sich der Kostenrückgang in Euro entsprechen verstärkt. Die aktuelle Preisentwicklung in der ersten Märzhälfte verlief hingegen besser als nach der Prognose zum Monatsanfang zeitanteilig zu erwarten war. Warmbreitband legte nämlich um 2,0 Prozent auf 612 Euro je Tonne (alle Preisangaben sind ex Werk) zu, während es bei Feinblech um 1,8 Prozent auf 690 Euro aufwärts ging. Auch bei den restlichen Flachstählen ging es um bis zu 1,0 Prozent nach oben. Auf mittlere Sicht von drei Monaten erscheint das Szenario einer Seitwärtsbewegung von +/- 5 Prozent um das aktuelle Niveau weiterhin die höchste Wahrscheinlichkeit zu haben. Der aufgelöste Bundestag hat zwar den Weg freigemacht, dass der wohl nächste Bundeskanzler Merz die Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur massiv steigern wird. Die Aktienmärkte haben dies mit einem Kursfeuerwerk bei Rüstungs- und Stahlaktien gefeiert. Bis jedoch die Nachfrage auch bei Stahl für die neuen Ausgabenprogramme anspringen, dürften mehr als drei Monate vergehen. Dies könnte sich eher in der zweiten Jahreshälfte bemerkbar machen. Während sich bei Flachstahl die Preiseinschätzungen seitens der quantitativen Modelle erst nach Ablauf der zweiten Märzwoche deutlich verschlechterten, war dies bei Langstahl bereits nach der ersten Woche des laufenden Monats der Fall. Allerdings blieben sie danach unverändert. Somit gehen nun die neuen Vorhersagen von einem Rückgang um 2 Prozent bei Betonstahl B500A bis Mitte April aus, während Anfang März nur ein Minus von 1 Prozent erwartet wurde. Bei Walzdraht ging das Modell zunächst von einer roten Null aus, stellt jedoch nun ebenfalls ein Minus von 2 Prozent für die nächsten vier Wochen in Aussicht. Bei den etwas pessimistischeren Aussichten für Langstahl spielten auch die chinesischen Exportpreise eine Rolle. Dies haben nämlich bei Betonstahl um 0,8 Prozent auf 449 US-Dollar nach und verbilligten Sich bei Walzdraht um knapp 0,5 Prozent auf 458 US-Dollar. Wie auch bei Flachstahl fiel jedoch der Preis in Euro durch die Aufwertung des Euro um 3,8 Prozent. Die Produktionskosten für die Stahlerzeugung über den elektronischen Lichtbogen (EAF-Verfahren) gaben jedoch nur um 0,8 Prozent nach. Die Preise für Stahlschrott legten zwar um 2,4 Prozent auf 337 US-Dollar je Tonne in den Häfen der ARA-Region zu, gingen jedoch in Euro zurück. Bei Strom fiel der Preis für die Lieferung im Kalenderjahr 2026 an der EEX von 84,57 auf 83,32 Euro je Megawattstunde, wobei die Abwärtsbewegung ab Mitte Februar zu Ende ging. Gemessen an den Prognosen basierend auf den Schlusswerten im Februar war auch der aktuelle Preisverlauf bei Langstahl besser als erwartet. Bei Betonstahl ging es marginal um 0,3 Prozent auf 608 Euro je Tonne aufwärts. Auch Walzdraht stieg leicht um 0,3 Prozent auf 680. Anfang März einigten sich die Unionsparteien, die SPD und dann auch die Grünen auf eine Verfassungsänderung, um freie Hand für eine galaktische Ausweitung der Staatsverschuldung zu haben. Infrastrukturinvestitionen dürften auch den Bedarf an Langstahl erhöhen. Aber die Kapitalmärkte reagierten bereits und die Renditen der Bundesanleihen verzeichneten den größten Tagesanstieg seit der Ankündigung der deutschen Währungsunion vor 25 Jahren. Dies treibt auch die Zinsen für Hypothekenkredite nach oben, was den Wohnungsbau noch mehr belastet. Auf mittlere Sicht bleiben somit die Aussichten eher seitwärtsgerichtet. Traditionell sind die ersten Wirtschaftsdaten für den aktuellen Monat die Umfragen aus dem Finanzsektor. Für den Sentix kam das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Unionsparteien und SPD wohl zu spät. Dennoch kam es zu einem weiteren Anstieg von -12,7 auf -2,9 Punkte. Deutlich stärker fiel die Veränderung beim ZEW-Index aus, denn der Index für die Erwartungen über sechs Monate gingen kräftig von 26,0 auf 51,6 Punkte nach oben, sodass es fast zu einer Verdoppelung kam. Hierzu dürfte auch die Rallye am deutschen Aktienmarkt beigetragen haben. Der entsprechende Index für die Eurozone verbesserte sich zwar auch, aber nur von 24,2 auf 39,8 Punkte. Nach dem kräftigen Anstieg des Auftragseingangs im Dezember ging der Konsens unter den Bankvolkswirten zwar schon von einem Rückgang aus, aber anstatt um 2,4 ging es um 7,0 Prozent für die Industrie insgesamt abwärts. In der Branche Eisen, Stahl und Ferrolegierungen stieg der Auftragseingang nach den Rohdaten massiv um 31,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, doch nach der Bereinigung um saisonale und kalendarische Effekte kam es zu einem leichten Minus von 0,7 Prozent. Deutlich nach oben ging jedoch die Industrieproduktion, die für Deutschland insgesamt um 2,0 Prozent zulegte, während der Konsens nur von einem Plus um 1,6 Prozent ausging. Im Stahlsektor betrug das Plus hingegen nach den Rohdaten 11,1 Prozent. Doch bei den bereinigten Daten erfolgte ein Rückgang um 4,2 Prozent. Die WV Stahl berichtet einen Fall der Stahlerzeugung im Januar von 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat auf nur noch knapp 2,7 Millionen Tonnen. Durch den stärkeren Rückgang bei der Stahlerzeugung hat sich die Verhandlungsposition verbessert, was sich auch in den leicht gestiegenen Stahlpreisen niederschlägt. In China pendelt der Markt weiter zwischen den Erwartungen einer wirtschaftlichen Erholung und neuen Konjunkturmaßnahmen und Enttäuschungen, über vorsichtige Schritte und nur langsamer Wende im Bausektor. Durch das variable chinesische Neujahrsfest und der Goldenden Woche werden die Wirtschaftsdaten für die ersten beiden Monate zusammen veröffentlicht. Für die Eisenerzimporte kam es zu einem Rückgang von 112,5 Millionen Tonnen im Dezember des Vorjahres auf durchschnittlich 95,7 Millionen Tonnen in Januar und Februar dieses Jahres. Dies bedeutet selbst im Vorjahresvergleich einen Rückgang von durchschnittlich 103,2 Millionen Tonnen in den ersten zwei Monaten von 2024. Dies ist zwar ein negatives Ergebnis, aber keineswegs ein negatives Signal für die Stahlkonjunktur in China. Zyklone haben nämlich in diesem Zeitraum die Tätigkeit in den Eisenerzregionen im Westen Australiens, in Port Hedland und Dampier zum Erliegen gebracht, sodass auch weniger Eisenerz exportiert werden konnte. Dies macht sich in Chinas Importdaten bemerkbar, da das Land die wichtigste Rolle im überseeischen Eisenerzhandel spielt. Der Volkskongress hat zwar weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Binnenkonjunktur versprochen, aber auch hier zeigt sich der Stahlmarkt weiterhin enttäuscht. Bei den in dieser Woche veröffentlichten Daten zum Immobiliensektor ging es weiter abwärts. Die Bauinvestitionen und Immobilienverkäufe fielen im Januar/Februar im Vorjahresvergleich um 9,8 und 5,1 Prozent, doch noch stärker fielen die Baustarts, die um 29,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr fielen. Doch der Markt versteht nicht, dass zuerst der Wohnungsüberhang abgebaut werden muss, bis dann auch die Neubauten wieder attraktiv werden. Belastet wurde Eisenerz aber auch von Aussagen der Nationalen Reform- und Entwicklungskommission, dass die Stahlproduktion in 2025 niedriger als im Vorjahr ausfallen sollte. Peter Fertig/MBI Research
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